Illustration einer Person, die ein Smartphone mit Euro-Symbol hält, umgeben von Balkendiagrammen und Wachstumssymbolen, symbolisiert digitale Finanzwirtschaft
Webentwicklung

Was kostet eine App? Teil 3: Die 5 teuersten Don'ts in der Webentwicklung

Porträt eines lächelnden Mannes mit Brille und hellblauem Hemd vor grauem Hintergrund

Moritz

Judith

16. August 2022

tl;dr quick summary
Für den letzten Teil unserer Serie "Was kostet eine App" haben wir uns auf die Suche gemacht nach den besten Tipps, um Entwicklungskosten gering zu halten. Denn genau wie bei jedem anderen Vorhaben gibt es auch in der Webentwicklung immer wieder typische Fehler, die bei der Frage nach den Kosten eine größere Rolle spielen.

Wie erging es doch Goethes Zauberlehrling im gleichnamigen Gedicht? "Die ich rief, die Geister | werd ich nun nicht los." Wer diese Geister analysiert und ihnen aus dem Weg geht ist klar im Vorteil. Darum haben wir uns auf die Suche nach den eigenen Monstern unterm Bett gemacht. Hier unsere wertvollsten Lernmomente und Erfahrungswerte aus der Appentwicklung, die sich positiv auf die Budgetplanung auswirken.

Das Gruselkabinett der unvorhergesehenen Mehrkosten in der Softwareentwicklung

Auf dem Weg zum ersten Release lauern oftmals Hindernisse. Einige davon begegnen uns immer wieder. Wir haben sie in unserem Glossar zusammengestellt – here they are:

Die Implementierung von sekundären Features in das Produkt, bevor es releasefähig ist. Häufig entsteht dies durch das verständliche Bedürfnis, das Produkt vermeintlich ansprechender oder nützlicher zu machen (Premature Scaling). Hier kann das gemeinsame Commitment auf einen schnellen Release mit einigen Grundfeatures Abhilfe schaffen. Auf diesem Gedanken beruht auch die Methodik des Lean Startups: ob ein weiterführendes Feature gebraucht wird und wie genau es aussehen soll, darauf geben erste Erfahrungen mit dem bereits veröffentlichten Prototypen hervorragend Aufschluss. Wie es mit einer App weitergeht, das lässt sich präzise "in freier Wildbahn" betrachten und planen.

Mit jeder Zeile Quellcode, die einem Projekt hinzugefügt wird, steigt auch die Zahl an Abhängigkeiten innerhalb des Quellcodes. Und je größer eine Software wird, desto anfälliger wird sie auch für Bugs. Die Mechanismen, um dies zu vermeiden (Design Patterns, Best Practices, Testing usw.), sind so effektiv wie selbstverständlich – und erhöhen doch selbst im routiniertesten Team den Arbeitsaufwand. Daher gilt auch nach Veröffentlichung des ersten Prototypen: die punktgenaue Auswahl von Featuresets schafft die beste Voraussetzung für eine reibungslose Implementierung.

Eine nachträgliche Änderung an einer Spezifikation zu einem Zeitpunkt, wenn diese bereits (teil-)umgesetzt wurde – wenn z.B. eine Bestellzusammenfassung aufgrund eines Vetos aus der Rechtsabteilung nochmal überarbeitet werden muss. Die wichtigsten Produktfeatures sollten allen internen Prüfungs- und Entscheidungsinstanzen vorher absegnen, bevor es im Backlog steht und es an dessen Implementierung geht. In der Realität ist das häufig nicht immer möglich. Deshalb ist eine enge Feedbackschleife mit den wichtigsten Stakeholdern wichtig: sie hilft, fehlerhafte Vorgaben schnell zu korrigieren.

Eine zwar funktionierende, aber unsaubere Lösung, die z.B. aufgrund von Zeitdruck eingesetzt wurde. Solche technischen Schulden werden oft mit dem Versprechen aufgenommen, man werde sie beizeiten durch die "richtige" Lösung ersetzen. De facto passiert das eher selten, das Provisorium macht eher unzufrieden. Unsere Erfahrung zeigt: die Entscheidung für eine solide, skalierbare Umsetzung zahlt sich langfristig aus.

In den Nischen von User Interface Designs verbergen sich manchmal unvorhergesehene Untiefen. Sie werden offenbar, wenn etwa ein Testuser fragt "was passiert, wenn ich da hinklicke?", "wo kann ich das einstellen?" oder "wie sieht der leere Warenkorb aus?". Wenn diese Fragen ein mieses Gefühl hinterlassen oder auch nur im engeren Team zu Unsicherheiten führen, ist Vorsicht geboten. Was also tun? Langfristig ist das provisorische Weitercoden keine gute Idee, denn versteckte Untiefen sind Vorboten von teuren Refactorings. Skelett und Grundlage eines User Interfaces sollte immer die User Experience sein. Produktive Teams begreifen ungeklärte UX-Fragen als Chance, um die Lücken in den User Stories zu füllen. Dazu holen sie sich am Besten Entwickler:in, Designer:in sowie die wichtigsten Entscheider:innen ans Drawing Board.

Zusammenfassung

Jede App ist einzigartig – je weiter die Bandbreite an individuellen Anforderungen, desto stärker variieren auch die Kosten der Programmierung einer App. Im Teil I der Serie Was kostet eine App haben anhand konkreter Kostenbeispiele gezeigt, dass sich mit bestimmten Anforderungen und den gewählten Optionen auch der Preis für die Entwicklung der App stark verändern kann. Im Teil II schließlich wurde deutlich, dass die Gesamt-Entwicklungszeit den Großteil der Kosten ausmacht. Im Teil III haben wir uns nun mit dem Gruselkabinett der Softwareentwicklung beschäftigt und fünf "Gespenster" aufgezeigt, die es gerade in der ersten Phase zu vermeiden gilt. Wie Goethes Zaubermeister können Sie nun hoffentlich auch den Bannspruch sprechen: "In die Ecke, Besen, Besen! | Seids gewesen." Wer die Don'ts kennt, kann sie meiden und ideale Bedingungen schaffen für produktive kooperative Softwareentwicklung.

Unsere IT-Beratung hilft, Ihr Projekt auf die Schienen zu bekommen. Ein unverbindliches Kennenlernen ist kostenlos, fragen Sie uns einfach an.

Drei Peeris sitzen zusammen an einem Tisch im Freien unter einem Baum

Softwareentwicklung @Peerigon

App Development Costs

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